Konservative Gefäßtherapie, Gehtraining. Prim. Dr. Franz Hinterreiter, Barmherzige Brüder Linz

Konservative Gefässtherapie

 Gehtraining

Gefäßtraining Im Stadium der belastungsabhängigen Beinschmerzen ist ein Gehtraining sinnvoll. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass vorher eine entsprechende Durchblutungsdiagnostik erfolgt ist, die ausschließt, dass es sich um einen akuten Verschluss einer Beinarterie handelt. 

In diesem Fall soll nicht mit Gehtraining der Zeitraum versäumt werden, in dem noch eine einfache Wiedereröffnung der Arterie möglich ist.  Im Fall der diagnostizierten chronischen Beindurchblutungsstörung ist jedoch Gehtraining sinnvoll. Dabei sollten Sie so häufig wie möglich, mindestens aber eine Stunde täglich mit gleichmäßigem Tempo soweit gehen, bis Sie Schmerzen in den Beinen verspüren. Nun halten Sie an – legen eine kurze Erholungspause ein, bis die Schmerzen abgeklungen sind – und setzen anschließend das Gehtraining wieder fort.

Zuhause kann das Gefäßtraining durch regelmäßig ausgeführte Zehenstände oder Steppgymnastik ergänzt werden. Bei gymnastischen Übungen ist in deren Auswahl darauf zu achten, dass insbesonders die Unterschenkelmuskulatur belastet werden sollte, weil damit die besten Ergebnisse im Gefäßtraining erzielt werden können.

Regelmäßiges Gehtraining ist der wichtigste und zugleich potenteste konservative Therapieanteil. Ein gut und regelmäßig ausgeführtes Gehtraining kann  die schmerzfreie Gehstrecke verdoppeln.

Risikofaktorentherapie

Ernährungsumstellung, Raucherentwöhnung, Training und falls notwendig medikamentöse Therapie der Risikofaktoren (Hochdruck, Zuckerkrankheit und Blutfette) können wesentlich zur Senkung des Arterioskleroserisikos beitragen. (siehe Arteriosklerose)

Gerinnungstherapie

Die niedrig dosierte Aspirintherapie (ASS) stellt einen wesentlichen Bestandteil der konservativen Gefäßtherapie dar. ASS kann zwar die Arterioskleroseentwicklung nicht beeinflussen, verhindert aber, dass sich Blutplättchen zu Gerinnseln zusammenklumpen. Auf diese Art und Weise kann nachweislich das Risiko für das Neuauftreten von gefäßbedingten Erkrankungen um etwa ein Viertel reduziert werden.

Neben ASS stehen zusätzliche die Blutplättchen beeinflussende Medikamente wie Clopidogrel zur Verfügung. Dieses Medikament obliegt jedoch einer eingeschränkten Verschreibbarkeit. Häufig ist es in der Gefäßmedizin erforderlich, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes auf Dauer zu verringern - diese Patienten werden antikoaguliert - z.B. mit Marcoumar.

Die Antikoagulantientherapie verhindert nachweislich bestimmte Formen von Gefäßverschlüssen. Dieser Vorteil wird aber durch ein bestimmtes Blutungsrisiko erkauft. Daher ist es notwendig, die Anzeige zu einer solchen Medikation genau mit dem Arzt zu besprechen, die Risiken der Therapie selbst als Patient genau zu kennen und regelmäßig den Einstellungsgrad im Labor oder beim Hausarzt überprüfen zu lassen.

Medikamentöse Therapie

Durchblutungsfördernde Medikamente können einerseits die Fließeigenschaften des Blutes beeinflussen und andererseits die Sauerstoffausbeute aus dem Blut erhöhen. Leider haben orale Medikamente (Tabletten) nur eine sehr bescheidene Wirkung. Die besser wirksamen Prostaglandine stehen derzeit nur in Infusionsform zur Verfügung.